{"id":5899,"date":"2021-06-18T16:54:47","date_gmt":"2021-06-18T14:54:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/?p=5899"},"modified":"2021-06-18T16:54:47","modified_gmt":"2021-06-18T14:54:47","slug":"neue-standardvertragsklauseln-neue-regeln-bei-eu-datentransfers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/neue-standardvertragsklauseln-neue-regeln-bei-eu-datentransfers\/","title":{"rendered":"Neue Standardvertragsklauseln \u2013 Neue Regeln bei EU-Datentransfers"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt Neuigkeiten beim internationalen Datenverkehr von personenbezogenen Daten. Die Europ\u00e4ische Kommission hat die sogenannten Standardvertragsklauseln \u00fcberarbeitet und diese an an die DSGVO angepasst. Im heutigen Beitrag erkl\u00e4ren wir Ihnen, was es mit den neuen Standardvertragsklauseln auf sich hat, wie diese aufgebaut sind und was Sie beachten m\u00fcssen. Besonders m\u00f6chten wir darauf eingehen, ob die neuen Standarddatenschutzklauseln bzw. Standardvertragsklauseln (SCC) der EU-Kommission den Datenexport personenbezogener Daten in Drittl\u00e4nder, z.B. USA, nun rechtfertigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Besonders relevant f\u00fcr EU-Datentransfers in Drittl\u00e4nder<\/h2>\n<p>Wie wir im Rahmen des sog. Schrems-II-Urteils <a href=\"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/2020\/07\/28\/schrems-ii\/\">berichteten<\/a>, war es seit dem Urteil des EuGH kritisch, personenbezogene Daten in Drittl\u00e4nder zu exportieren, und dabei die Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>F\u00fcr andere sog. Drittl\u00e4nder gelten Angemessenheitsbeschl\u00fcsse der EU-Kommission. Darunter geh\u00f6ren z.B. L\u00e4nder wie Israel, Japan und Kanada. Jedoch nicht die USA \u2013 daher gab es das EU-U.S.-Privacy-Shield-Abkommen, dass mit dem o.g. EuGH-Urteil vom 16. Juli 2020 als g\u00fcltige Rechtsgrundlage f\u00fcr den Datentransfer in die USA gekippt wurde. In der Zwischenzeit hatten sich Unternehmen mit dem Abschluss \u201everalteter\u201c EU-Standardvertragsklauseln (SCC) beholfen. Die zuletzt genutzten Standardvertragsklauseln (SCC) waren aus dem Jahr 2010. \u2013 Grund genug also f\u00fcr die EU-Kommission, diese Standardvertragsklauseln (SCC) f\u00fcr den Datenexport post Schrems-II anzupassen.<\/p>\n<h3>Neue Standardvertragsklauseln (SCC) verpflichtend<\/h3>\n<p>Lange haben alle Beteiligten darauf seit Juli 2020 gewartet und gl\u00fccklicherweise wurden die neuen Standarddatenschutzklauseln bzw. Standardvertragsklauseln (SCC, standard contractual clauses) am 7. Juni 2021 im Amtsblatt der Europ\u00e4ischen Union <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=OJ:L:2021:199:TOC\">ver\u00f6ffentlicht<\/a>. Diese neuen Standadvertragsklauseln (SCC) ber\u00fccksichtigen somit die Anforderungen der DSGVO sowie das sog. Schrems-II-Urteil des EuGH (siehe Einleitung oben).<\/p>\n<p>Nach der Ver\u00f6ffentlichung der Standardvertragsklauseln (SCC) haben Organisationen noch drei Monate lang Zeit, Ihre Daten\u00fcbertragungen in Drittstaaten ohne angemessenes Datenschutzniveau (z.B. USA) mit den alten Standardvertragsklauseln (SCC) zu \u00fcbertragen.<br \/>\nNach 18 Monaten m\u00fcssen auch die alten Standardvertragsklauseln (SCC) auf die neuen umgestellt worden sein.<\/p>\n<h3>Modularer Aufbau der Standardvertragsklauseln (SCC)<\/h3>\n<p>Bisher gab es drei separate Sets an Standardvertragsklauseln (SCC) aus den Jahren 2001, 2004 und 2010. <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=OJ:L:2021:199:TOC\">Die neuen Standardvertragsklauseln (SCC)<\/a> sind alle in einem Werk zusammengefasst und sind modular aufgebaut, um verschiedenste Vertragsbeziehungen beim internationalen Datenverkehr personenbezogener Daten abzubilden<\/p>\n<p>\u2022 C2C (Controller-to-Controller, Verantwortlicher zum Verantwortlichen)<br \/>\n\u2022 C2P (Controller-to-Processor, Verantwortlicher zum Auftragsverarbeiter)<br \/>\n\u2022 P2P (Processor-to-Processor, Auftragsverarbeiter zum Auftragsverarbeiter)<br \/>\n\u2022 P2C (Processor-to-Controller, Auftragsverarbeiter zum Verantwortlichen)<\/p>\n<p>Die C2C-Standardvertragsklauseln sind weitestgehend unver\u00e4ndert gegen\u00fcber den alten Versionen, aber daf\u00fcr detaillierter ausgestaltet. Die C2P-Standardvertragsklauseln enthalten Anforderungen an die Auftragsverarbeitung gem\u00e4\u00df Art. 28 Abs. 3 DSGVO. Die P2P-Standardvertragsklauseln sind neu und wurden lange von den Beteiligten gefordert. Die P2C-Standardvertragsklauseln k\u00f6nnten ein Wettbewerbshindernis f\u00fcr EU-Auftragsverarbeiter sein.<\/p>\n<h3>Und was ist nun zu tun?<\/h3>\n<p>Angelehnt an den Satz \u201eKnun?ow your customer\u201c m\u00fcssen Organisationen, die in einer oder mehrerer der zuvor genannten Konstellationen personenbezogene Daten im Rahmen von Datenexporten oder Datenimporten verarbeiten, das Prinzip \u201eKnow your transfers\u201c anwenden. Wie im Datenschutzmanagement \u00fcblich, sollten Organisationen Verzeichnisse ihrer Verarbeitungst\u00e4tigkeiten gem\u00e4\u00df Art. 30 DSGVO f\u00fchren, um ihren Rechenschaftspflichten nachkommen zu k\u00f6nnen. Auch wenn nicht die formalen Anforderungen bestehen (z.B. Unternehmensgr\u00f6\u00dfe ab 250 Mitarbeitenden) ist es empfehlenswert zu wissen, welche personenbezogenen Daten unter der Anwendbarkeit der DSGVO wie und wo verarbeitet werden und wer weitere Empf\u00e4nger dieser Daten sind.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr eignet sich das sog. Transfer Impact Assessment (TIA), sozusagen eine Datenschutzfolgenabsch\u00e4tzung (Data Protection Impact Assessment) f\u00fcr den Datenexport in Drittl\u00e4nder bzw. auch den Datenimport aus Drittl\u00e4ndern. Bei dem TIA muss das Rechtsniveau im Drittland beurteilt und dokumentiert werden und auf Anfrage den Aufsichtsbeh\u00f6rden f\u00fcr Datenschutz zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n<h2>Auf alle beteiligten Organisationen kommt viel Arbeit zu<\/h2>\n<p>Nun kommt wieder Arbeit f\u00fcr alle an internationalen Datentransfers beteiligten Organisationen zu, Ihre Daten\u00fcbertragungen auf die neuen EU-StandardvertragsklauselnIn (SCC) umzustellen. Dabei sind wir aus europ\u00e4ischer Perspektive vor allem von den allseits bekannten Big Five Tech-Unternehmen Facebook, Alphabet, Amazon, Microsoft und Google (FAAMG) abh\u00e4ngig. \u2013 Werden diese Unternehmen Vorreiter darin sein, die Standardvertragsklauseln (SCC) in ihre Vertr\u00e4ge aufzunehmen? \u2013 Wir d\u00fcrfen gespannt bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Neuigkeiten beim internationalen Datenverkehr von personenbezogenen Daten. Die Europ\u00e4ische Kommission hat die sogenannten Standardvertragsklauseln \u00fcberarbeitet und diese an an die DSGVO angepasst. Im heutigen Beitrag erkl\u00e4ren wir Ihnen, was es mit den neuen Standardvertragsklauseln auf sich hat, wie diese aufgebaut sind und was Sie beachten m\u00fcssen. Besonders m\u00f6chten wir darauf eingehen, ob die &hellip; <\/p>\n<p class=\"read-more\"><a class=\"btn btn-default\" href=\"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/neue-standardvertragsklauseln-neue-regeln-bei-eu-datentransfers\/\"> Mehr Lesen<span class=\"screen-reader-text\">  Mehr Lesen<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":5904,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[111,1],"tags":[],"class_list":["post-5899","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-datenschutz","category-informationssicherheit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5899","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5899"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5899\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5911,"href":"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5899\/revisions\/5911"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5904"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5899"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5899"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psw-consulting.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5899"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}