Europäischer Datenschutztag / Data Privacy Day
Europäischer Datenschutztag 2020 – Data Privacy Day

Europäischer Datenschutztag 2020 – Data Privacy Day

Kommenden Dienstag, am 28. Januar, findet erneut der alljährliche Data Privacy Day oder zu Deutsch: Europäischer Datenschutztag statt. Wir möchten mit Ihnen einen Blick auf die Agenda dieses Tages werfen, einige Vermutungen über die Gesprächsinhalte diskutieren und Ihr Interesse für diesen Tag zur Sensibilisierung wecken.

 

Was ist das überhaupt – ein Europäischer Datenschutztag?

Der Europäische Datenschutztag wurde 2006 erstmals durch den Europarat ins Leben gerufen und findet nun jedes Jahr am 28. Januar statt. An diesem Datum wurde nicht grundlos festgehalten: Der 28. Januar des Jahres 1981 kennzeichnet den Tag, an dem die Europakonvention 108 unterzeichnet wurde, was einen Meilenstein für die Entwicklung des Datenschutz darstellt. Zusammengefasst ist der Schutz des Menschen bei automatisierter Verarbeitung von personenbezogenen Inhalten Thema der Europakonvention 108. Mit der Unterzeichnung durch die betreffenden Staaten sicherten diese damals die Beachtung der Grundfreiheiten und Rechte bei der automatisierten Verarbeitung der Daten zu.
Mit dem Data Privacy Day soll alljährlich der Datenschutz in den Mittelpunkt gerückt werden, so dass sich möglichst alle Unternehmen, Behörden, Vereine und Personen, welche sich mit dem Datenschutz befassen, über die Bedeutung des Datenschutzes klar werden. Weiterhin ist ein Ziel des Europäischen Datenschutztages die Sensibilisierung eines jeden Europäers für das Privileg, des Schutzes der eigenen Privatsphäre. Die Bedeutung des Europäischen Datenschutztages wurde seither auch von anderen Ländern über die Grenzen Europas hinweg anerkannt und so haben sich im Jahr 2009 auch die USA sowie Kanada an diesen Tag angeschlossen.

 

Rückblick: Europäischer Datenschutztag 2019

Bereits im vergangenen Jahr haben wir auf unserem Blog aus gegebenem Anlass über den Europäischen Datenschutztag berichtet. Die Europäische Datenschutz-Grundverordnung war damals erst seit acht Monaten in Kraft und somit wurde erstmals von Referenten aus Politik und Praxis Bilanz gezogen: Hat die Verordnung das geschafft, was man sich erhoffte?

 

Holpriger Start und Falschmeldungen

Im gesamten sind auch die meisten Referenten der Meinung, dass die DSGVO mit einem holprigen Start glänzte. So konnte die Verordnung doch nicht mit Datum des Inkrafttretens alle datenschutzrechtlichen Probleme aus der Welt schaffen und die deutsche Aufsichtsbehörde allein hatte damals mit 27.000 Beschwerden sowie ca. 12.000 gemeldeten Datenschutzverletzungen zu kämpfen. Allein diese Zahlen veranschaulichen, dass noch ein großer Handlungsbedarf besteht. Trotz Startschwierigkeiten biete die DSGVO eine gute Leitlinie für die Behandlung des Datenschutzes. Der BfDI (Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit) bemängelte noch immer einen Defizit in Sachen Transparenz. So müssten doch für Verbraucher und Nutzer von Online-Profilen die automatisiert ablaufenden Prozesse deutlich nachvollziehbarer werden. Es müsse weiterhin auch ein Gleichgewicht gefunden werden, sodass eine bessere Transparenz nicht zugleich zu einer zunehmenden Bürokratisierung führe. Eine Gratwanderung.

 

Data Privacy Day 2020 – Welche Themen stehen im Mittelpunkt?

Im Jahr 2020 wird die DSGVO erneut Thema des Datenschutztages sein. Jedoch werden die weltweiten Folgen der DSGVO für die Datenschutzlandschaft betrachtet. Natürlich erhielten Verbraucher im Jahr 2018 eine Flut an Briefen und Mails, was nicht allzu sehr im Mittelpunkt stehen wird. Dennoch hat auch diese Masse an Informationen ein Bewusstsein darüber geschaffen, wie vielfältig die Verarbeitung der eigenen Daten geschieht. Unternehmen und Organisationen mussten mit Inkrafttreten der DSGVO ihren Informationspflichten nachkommen. Daher wurden viele „Betroffene“, d. h. Kunden etc., angeschrieben. Vermutlich werden auch die negativen Folgen der DSGVO für einige Thema sein. Besonders das Arbeiten von Vereinen wurde durch die DSGVO beeinflusst. Die Abmahn-Angst war ebenso ein wichtiger Punkt in Unternehmen. Sie stellte sich jedoch als vergleichsweise unbegründet heraus. Sofern die Erfassung von Kundendaten überdacht wurde und keine schwereren Datenschutzverletzungen eintraten, blieben Unternehmen doch weitestgehend vor der befürchteten Abmahn-Welle verschont. Dennoch bedeutete die DSGVO für viele auch das „Aus“ – wurden doch einige Blogs, Twitter-Nutzerkonten oder sogar der Social Media Dienst Klout aufgrund der Anforderungen geschlossen. Diese Themen werden Ihnen am 28. Januar Jared Ho, João Rodrigues und Gregory Smolynec vorstellen. Selbst der der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit von Baden-Württemberg, Stefan Brink, stellt seinen Twitter-Account zum 31. Januar 2020 ein, weil Twitter nicht datenschutzkonform von Nutzern betrieben werden kann.

Ein weiteres wichtiges Thema wird der California Consumer Privacy Act sein. Dieser wurde 2019 von Jerry Brown unterzeichnet und bildet das wegweisende Datenschutzgesetz in den Vereinigten Staaten. Das kürzliche Inkrafttreten des CCPA mit dem 01. Januar 2020 wird sicherlich Folgen für weitere Gesetze haben. Diese werden ebenso auf dem Privacy Day diskutiert.
Der Europäische Datenschutztag bietet zahlreiche weitere interessante Themen. So wird zum Beispiel auch thematisiert, was Privatpersonen tun können, um sich selbst und die eigenen Daten zu schützen. Zum Schluss wird auch ein Ausblick darüber gewagt, wie kommende Gesetze ausfallen werden.

 

Teilnahme am Europäischen Datenschutztag

Wenn Sie Teil des Europäischen Datenschutztages werden möchten, so empfehlen wir Ihnen die Webseite „StaySafeOnline“. Hier finden Sie alle Themen auf der Agenda, die von Experten besprochen werden sowie gleichzeitig den Livestream am 28. Januar.

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